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Mannschaftskämpfe 1949/50

Hessischer Schachverband e.V.


zur Turnierordnung aus dem Jahre 1948

Zum Turnierverlauf

Teilnehmer sind die folgenden Mannschaften der Landesklasse, in der Reihenfolge der Auslosung: Gruppe Nord:
1. Gießener Schachclub
2. Marburger Schachclub
3. Sp.Vg. Kassel-Rothenditmold
4. Kasseler Schachclub
5. Hersfelder Schachverein
6. Alsfelder Schachverein

Gruppe Süd:
1. SG Bensheim
2. Schachclub Steinheim
3. Schachfreunde Frankfurt/Main
4. Schachverein Hanau
5. Schach-Vg. Offenbach
6. SKG Darmstadt-Eberstadt

Gruppe West:
1. Schachverein Idstein
2. Schachclub Frankfurt/Main-Höchst
3. Schachverein Rüsselsheim
4. Schachverein Lahn-Limburg
5. Schachclub Bauer, Wiesbaden
6. Wiesbadener Schachverein

Jede Gruppe ermittelt ihre beste Mannschaft nach folgender Terminliste:

1. Runde 23.10.1949   1-6, 2-5, 3-4
2. Runde 20.11.1949   6-4, 5-3, 1-2
3. Runde 11.12.1949   2-6, 3-1, 4-5
4. Runde  8. 1.1950   6-5, 1-4, 2-3
5. Runde 29. 1.1950   3-6, 4-2, 5-1
Spielort stets beim Erstgenannten.
Die Termine für die Spiele der drei Gruppensieger untereinander folgen später. Die Letzten in jeder Gruppe steigen im folgenden Jahre in die Bezirks-klasse ab, dafür steigt in jeder Gruppe eine Mann-schaft in die Landesklasse auf, die aus den drei Siegern der Bezirksklasse jeder Gruppe ermittelt wird.
Eine Vorverlegung der Termine oder die Wahl eines anderen Austragungsortes ist statthaft, kommt keine Einigung zwischen den Partnern zustande, so ist zu dem gegebenen Termin an dem angegebenen Ort zu spielen.
Ich bitte die Turnierordnung des Hess. Schachverbandes (Schachrundbrief Nr. 18), besonders die Punkte II 5, Il 6, ll 9 zu beachten.

Der Turnierleiter: Dr. Niemann, Darmstadt, Fiedlerweg 14. (1)


Gruppe Süd:
Sfr. Frankfurt      - SV Hanau        7 : 1
S.K.G.Da.-Eberstadt - SV Hanau        4½: 3½
SVg. Offenbach      - Sfr. Frankfurt  2 : 6
SG Bensheim         - SC Steinheim    3 : 5
Gruppe West:
SC Bauer, Wiesbaden - SV Rüsselsheim  4 : 4
SC Bauer, Wiesbaden - Wiesbadener SV  2 : 6
Die Vereine der Landesklasse in der Gruppe Nord werden dringend um Einsendung der bisherigen Ergebnisse gebeten.
Die SKG Darmstadt- Eberstadt hat ihre erste Mannschaft vom Kampf um die hessische Mannschaftsmeisterschaft zurückgezogen. (Nach der T.O. sind damit für diesen Verein alle Spiele, auch die bereits ausgetragenen, mit 1 : 0 Siegpunkten und 8 :0 Brettpunkten als verloren zu werten.)(2)
Verbands-TurnierIeiter Dr. Niemann, Darmstadt, Fiedlerweg 14, gibt die folgenden Ergebnisse der Hessen-Mannschaftsmeisterschaft 1950 bekannt:
Gruppe Nord:
Nr.                           Sieqp. Brettp. Platz
1. Schachclub Gießen 1858        3     23    III
2. Marburger Schachklub          4     28½    II
3. Sp. Vg. Kassel-Rothenditmold  1     12     V
4. Kasseler Schachclub           5     35½    I
5. Hersfelder Schachverein       0      0     VI
6. Alsfelder Schachverein        1     13     IV
Gruppe Süd:
Nr.                           Sieqp. Brettp. Platz
1. SG Bensheim                   3½    26      II
2. Schachclub Steinheim          3½    25½    III
3. Schachfreunde Frankfurt       4     29      I
4. Schachverein Hanau            2     19½     V
5. Schachgesellschaft Offenbach  2     20      IV
6. SKG. Darmstadt-Eberstadt      0      0      VI
Gruppe West:
Nr.                           Sieqp. Brettp. Platz
1. Schachclub Ffm.-Höchst       0      19½     IV
2. Schachverein Rüsselsheim     1½     11½    III
3. Schachclub Bauer, Wiesbaden  1½     12½     II
4. Wiesbadener Schachverein     3      17      I
Der Bezirk IX (Limburg) nahm nicht an den Kämpfen teil.(3)

Der Kasseler Schachklub ist HESSENMEISTER 1950

Eindrucksvoller als es das Ergebnis von 5:3 Punkten besagt, wurde der Kasseler Schachklub hessischer Mannschaftsmeister 1950! Die ausgeglichene Spielstärke seiner Spitzenspieler war ein so deutlicher Vorteil, daß Ffm. hier einfach nicht mitkam, selbst wenn man das Fehlen der Brüder Bernardi in Rechnung setzt.
Als erster zwang Wienand am 7.Brett seinen Gegner Stern, der in einer Reti- Eröffnung einem nachhaltigen Konigsangriff erlag, bereits nach 21 Zügen zur Aufgabe.
Nach dreistündigem Kampf war die zweite Partie entschieden, in der Flammiger (Frankfurt) in einer gut durchgeführten holländischen Verteidigung Sänger das Nachsehen gab.
Nur 20 Züge brauchte der frühere Deutsche Jugendmeister Marcus am zweiten Brett, um in einer Spanischen den theoriegewaltigen Schlensker in der Siesta-Variante zur Aufgabe zu zwingen.
Nochmals konnte Frankfurt gleichziehen, als Volker am 6 Brett in einer nordischen Partie, mit der er seinen Gegner Kienert glatt überspielt hatte, dem unaufhaltsamen Bauernsturm in der Mitte erlag, obwohl man lange Zeit gerade diese Partie als sicheren Gewinn für Kassel ansah.
Umgekehrt machte es Riedel am 5.Brett, der in einer Caro-Kann-Verteidigung mit Entwicklungsschwierigkeiten gegen Jung zu kämpfen hatte, sich allmählich befreite und in ein günstig stehendes Endspiel einlenken konnte, das er verdient gewann.
Kurz danach gab auch Kötzner am 8.Brett gegen den Kasseler Nachwuchsspieler Breda auf, der zum Schluß zwei Figuren mehr besaß. Damit waren die zur Meisterschaft erforderlichen vier Punkte für Kassel erreicht.
Noch spielten der vorjährige Bezirksmeister Borg, der am 5.Brett gegen Menger die Drachen Variante der Sizilianischen gewählt hatte und der Deutsche Fernschachmeister Nonnenmacher am 1.Brett gegen den vorjährigen Hessenmeister Jäger. Obwohl beide Partien für Kassel auf Gewinn standen, gab man sie Remis, um den 5:3 Endstand zu sichern.(4)
Hess. Mannschaftsmeister 1950 wurde Kasseler SK (am 26.3.1950 in Kassel mit 5 - 3 gegen Schachfreunde Ffm. Kassel und Frankfurt hatten vorher noch den ebenfalls an der Endrunde beteiligten Wiesbadener SV mit 6 - 2 bzw. mit 5 - 3 geschlagen).(5)
Quellen:
(1) Aus dem Schachrundbrief 32/1949 des Hessischen Schachverbandes (in "Südwestschach" Nr.12/15.September 1949)
(2) Aus dem Schachrundbrief 37/1950 des Hessischen Schachverbandes (in "Südwestschach" Nr.2/15.Februar 1950)
(3) Aus dem Schachrundbrief 38/1950 des Hessischen Schachverbandes (in "Südwestschach" Nr.3/März 1950)
(4) Aus der Chronik des Kasseler SK, verfaßt von Herbert Götze
(5) Aus dem Archiv der Sfr.Frankfurt, erhalten von Reimer Theil

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